In den letzten Jahren ist das sedentäre Verhalten immer weiter in den Fokus der Gesundheitsforschung gerückt.
Forscher haben begonnen zwischen sitzendem Verhalten und körperlicher In-/ Aktivität zu unterscheiden.
Die besonderen Anforderungen der Forschung erfordern jedoch einen hohen Mess-und Analysestandard.

Wenn Sie als Forscher das sedentäre Verhalten in Ihre Arbeit einbeziehen möchten, dann profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung und Kompetenz.
movisens ist Ihr Spezialist für Ambulantes Assessment und Datenanalyse. Erfahren Sie von uns wie sedentäres Verhalten - richtig gemessen wird.


Empfehlungen

Vorschläge für die valide und reliable Erfassung von sedentärem Verhalten


Erfassung von Inaktivität

Sitzen soll gemessen werden und es ist bekannt, dass zum Beispiel in einem Büro die Angestellten ihre Arbeit ausschließlich sitzend verrichten. Somit kann angenommen werden, dass geringe körperliche Aktivität „sitzen“ entspricht. In diesem Fall kann der Aktivitätssensorensor Move 4 an der Hüfte getragen werden. Allerdings ist dadurch nur eine grobe Abschätzung von “sedentary behavior“ möglich.


Unterscheidung zwischen "sitzen" und "stehen"

In diesem Fall wird der Aktivitätssensor Move 4 am Oberschenkel befestigt – basierend auf verschiedenen Winkeln der Beschleunigungsachsen ist es möglich zwischen sitzen/liegen und stehen zu differenzieren. Jedoch ist es nicht möglich zwischen sitzen und liegen zu unterscheiden.


Erfassung von "sedentary behavior-Veränderungen" und der Intensität der körperlichen Aktivität

In diesem Fall ist es notwendig sowohl die Körperposition, als auch den Energieumsatz zu erfassen. Dies ist möglich, in dem ein Aktivitätssensor Move 4 am Oberschenkel (sitzen/liegen vs. stehen) befestigt wird und ein Aktivitätssensor Move 4 am Oberkörper oder der Hüfte (stehen/sitzen vs. liegen) um den Energieumsatz zu bestimmen.


Erfassung von "sedentary behavior-Veränderungen" mit zusätzlicher statischer Belastung

In diesem Fall bietet die Verwendung des EKG-und Aktivitätssensors EcgMove 4 zusätzliche Daten zur Bestimmung des Energieumsatzes. Ein Aktivitätssensor Move 4 wird am Oberschenkel (sitzen/liegen vs. stehen) und der EKG-und Aktivitätssensorensor EcgMove 4 am Oberkörper (stehen/sitzen vs. liegen) angebracht. Diese zusätzliche Aufzeichnung des EKG-Signals ermöglicht es den Energieumsatz während statischen Tätigkeiten besser abzuschätzen aufgrund der linearen Beziehung zwischen kardiorespiratorischem Stress und des Energieumsatzes.


Erfassung von "sitzen" und subjektiver Parameter

Sollte eine Intervention nötig sein oder zusätzliche subjektive Parameter erhoben werden, besteht die Möglichkeit, einen Fragebogen über die Experience Sampling Plattform movisensXS mittels SensorTriggers während sitzenden Tätigkeiten zu triggern. Dieser Trigger erscheint z.B. 30 Minuten nachdem "sitzen" detektiert wurde auf dem Smartphone. Dadurch ist es möglich mehr detailliertes Feedback und somit genauere Einblicke in den Alltag von Probanden zu erhalten.



Beispielstudien

SedentaryMood-Study

Welchen Einfluss hat sedentäres Verhalten auf die Stimmung?

Inwiefern sedentäres Verhalten die psychische Gesundheit beeinflusst, wurde bislang jedoch unzureichend erforscht. Die wenigen vorliegenden Erkenntnisse deuten jedoch an, dass ein Zusammenhang existieren könnte. „Sitzen verändert die Stoffwechselaktivität und es erscheint nicht abwegig, dass dieses auch in psychologische Prozesse eingreift.“ Sollte sich diese Vermutungen bestätigen und sedentäres Verhalten die psychische Gesundheit negativ beeinflussen, wäre dies eine wichtige Erkenntnis um möglichen psychosomatischen Erkrankungen präventiv entgegenzuwirken.


...mehr dazu erfahren Sie in unseren SedentaryMood-Studientagebuch Beiträgen

SedentaryMood-Study Cover

Wissenswertes

Moderate körperliche Aktivität, einschließlich Sport, Training und Alltagsaktivitäten, bringen viele Gesundheitsbenefits. Die neuere Forschung liefert Hinweise darauf, dass sedentäres Verhalten, wie zum Beispiel langes, ununterbrochenes Sitzen ein Gesundheitsrisiko darstellt. Statt Sitzen kann schon leichte Aktivität, wie zum Beispiel Aufstehen, einige Schritte gehen, dieses Risiko mindern.

"Sedentäres Verhalten, Sedentariness oder Sedentary Behavior" wird in der Wissenschaft als sitzende oder liegende Tätigkeit mit einem MET 1,0 bis 1,5 bezeichnet. Die internationale Literatur diskutiert sedentariness als Risikofaktor, der unabhängig von der körperlichen Aktivität wirkt. Studien deuten an, dass jener, der hin und wieder aktiv ist, dafür aber den Rest des Tages ununterbrochen für längere Zeitabschnitte sitzt, seine Gesundheit ebenso gefährdet, wie jener, der inaktiv ist, dafür aber weniger lange sitzt.

Um „sedentary behavior“ valide und reliabel zu erfassen, muss sowohl die Körperposition als auch der Energieumsatz gemessen werden! Das meist verwendete Maß ist die tägliche Dauer von „sedentary behavior“. Jedoch könnten verschiedene zeitliche Muster wie kurze Phasen vs. lange Phasen auch wichtig sein. Daher ist es empfehlenswert neben der gesamten Dauer von "sedentary behavior“ auch die Dauer von „nicht-sedentary behavior-Phasen“ sowie körperlich aktive Phasen zu erheben.

Literatur

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