Studientagebuch III

SedentaryMood-Study (Teil III)

Folgender Beitrag ist Teil einer Serie zur "SedentaryMood-Study".

Vorbereitungen zur Bestimmung der Körperposition

Im Rahmen der „SedentaryMood-Study“ wurde der Aktivitätssensor Move 3 erstmalig dafür verwendet, das sedentäre Verhalten als eine primäre Zielvariable zu erfassen. Somit waren im Vorfeld der Studie gewisse Vorarbeiten notwendig. Diese zielten vor allem auf die Erfassung der Körperposition ab.

Um die geeignetste Trageposition für den Aktivitätssensor zu ermitteln und somit sitzende und aufrechte Körperpositionen zu differenzieren wurden zunächst 2 Videostudien durchgeführt. Einerseits im täglichen Alltag mit unterschiedlichen Aktivitäten und Körperpositionen und andererseits während der Büroarbeit im Arbeitsalltag.

Die Auswertungen beider Messungen zeigen, dass zur Differenzierung von sitzenden/liegenden und aufrechten Körperpositionen eine Trageposition des Aktivitätssensors Move 3 mittig am Oberschenkel am geeignetsten ist. Die Erkennung der Körperposition basiert auf dem Winkelverhältnis des senkrechten Oberschenkels (Sagittalachse) zur ventralen Längsachse. Hat der Sensor eine Winkelweite von < 20° zwischen der Sagittal- zur Längsachse, wird eine aufrechte Körperposition angenommen. Befindet sich der Sensor in einer Lage, die die Winkelweite von > 20° zur Sagittalachse überschreitet, dann wird eine sitzende/liegende Körperposition angegeben.

Wie die Messdaten des Aktivitätssensors Move 3 analysiert, mit dem e-Diary movisensXS gekoppelt und mit dem SensorTrigger getriggert werden erfahren sie im nächsten Beitrag...

ECSS Dublin 2018

Der 23. Kongress des "European College of Sport Science" findet dieses Jahr vom 4. bis 7. Juli in Dublin - Irland statt. Bei der diesjährigen Veranstaltung wird movisens zum zweiten Mal als Aussteller vertreten sein. Wir würden uns freuen, wenn der ein oder andere Teilnehmer an unserem Stand (Booth 15) vorbei schauen würde.

BipoLife Studie

BipoLife A3 - ein Smartphone basiertes ambulantes Monitoring von Frühwarnsymptomen einschließlich echtzeitdatenabhängiger therapeutischer Intervention in der Langzeitbehandlung der Bipolaren Störung.

Die BipoLife A3 Studie ist Teil eines Verbunds bestehend aus fünf unabhängigen Studien und zwei übergreifenden Projekten. In zwei Studien, die sich mit neuartigen Therapien beschäftigen, wird einerseits eine innovative Form der Psychotherapie und anderseits eine moderne Form des ambulanten Monitorings mittels Smartphone erprobt.

Dieses hoch innovative Projekt erfolgt in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) welches in Zusammenarbeit mit movisens bereits eine Vielzahl von Studien zum ambulanten Monitoring psychischer Erkrankungen erfolgreich durchgeführt hat.

Jeder Teilnehmer installiert auf seinem Smartphone eine mobile Anwendung (movisensXS), die während der gesamten Interventionsphase Daten aufzeichnet. Die App zeichnet kontinuierlich den Standort (unter Verwendung der GPS- und WLAN-Standortdaten des Smartphones), Schritte und Kommunikationsmuster (Länge und Art der Telefonanrufe oder Nachrichtenaktivitäten) sowie die allgemeine Smartphone-Nutzung (Online-Zeiten, Anzeigeaktivität usw.) der Teilnehmer auf.

Anhand der Bewegungsdaten und des Kommunikationsverhaltens (Anzahl Gespräche, nicht aber Inhalte) von Personen mit einer Bipolaren Störung, soll ermittelt werden, ob sich diese Daten zur verbesserten Vorhersage erneuter manischer Episoden eignen.

BiPoLife-Projekte zeigen die movisens Expertise bei der Entwicklung und Durchführung komplexer EMA / Mobile-Sensing-Studien für die klinische Therapie von Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen

CoCA Projekt

CoCA - Comorbid Conditions of Attention deficit / hyperactive disorders

Das CoCA-Projekt beinhaltet die Implementierung und Pilotierung von “m-Health“ (mobile-Health) Ansätzen zur Beobachtung und Förderung des chronobiologischen Rhythmus und körperlicher Aktivität bei ADHS mit komorbiden Krankheitsfaktoren.

Zusammen mit einem Forschungsteam aus ganz Europa werden die Merkmale und körperlichen Funktionen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) untersucht um zu verstehen, welche Krankheiten zusammen mit ADHS auftreten, und neue Wege finden, um ADHS zu behandeln und Begleiterkrankungen zu verhindern.

Das Institut für Sport und Sportwissenschaft des KIT, entwickelte im Rahmen des CoCA-Projekts in Zusammenarbeit mit movisens ein m-Health-System. Dies generiert individualisiertes Feedback und sendet Erinnerungen zur aktuellen Behandlung, um somit die Teilnehmer mehr für die Übungen der Intervention und auch für die Lichttheraphie zu motivieren.

Darüber hinaus beinhaltet das m-Health-System klassische e-Diary-Komponenten, Überwachung der Therapiedurchführung und Videoclips als Übungsmodul. Weiter werden die Beschleunigungsdaten mit dem LightMove3, einem Beschleunigungssensor mit integriertem Lichtsensor, am Handgelenk erfasst und analysiert.

Die erfassten Daten werden über Bluetooth an ein Smartphone/Server übertragen und in Echtzeit verarbeitet. Daraufhin werden motivierende Rückmeldungen zu den ausgeübten Aktivitäten automatisch generiert und zurück an das Smartphone des Teilnehmers gesendet.

Das CoCA-Projekt zeigt die Expertise von movisens in der Datenanalyse eines komplexen EMA mobile sensing study settings.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms European Union´s Horizon 2020 Forschung- und Innovations Nr. 667302 bezuschusst.

Studientagebuch II

SedentaryMood-Study (Teil II)

Folgender Beitrag ist Teil einer Serie zur "SedentaryMood-Study".

Wie wurden die Stimmung und das sedentäre Verhalten erfasst?

Unter Verwendung Ambulanten Assessments wurden in der „SedentaryMood-Study“ über einen Zeitraum von fünf Tagen, mehrmals täglich die Stimmung und während der Wachzeit das sedentäre Verhalten bzw. die körperliche Aktivität erfasst.

Mittels elektronischen Tagebüchen auf dem Smartphone „movisensXS-App“ wurde die Kurzversion des „Multidimensional-Mood-Questionnaire (MDMQ)“ eingesetzt. Diese erfasst die Stimmung in drei Dimensionen (Valence, Energetic Arousal, Calmness) und wurde speziell für Ambulante Assessment Studien konzipiert (vgl. Wilhelm und Schoebi, 2007, p. 259ff.).

Die Erfassung des sedentären Verhaltens erfolgte über die objektive Datenerhebung durch Aktivitätssensoren (Move 3). Obwohl sich der Aktivitätssensor als Forschungsinstrument in diesem Kontext etabliert hat, kann aktuell kein technisches Gerät erwähnt werden, dass alleinig das sedentäre Verhalten definitionsgemäß erfasst (vgl. Kang und Rowe, 2015, p. 113).

Ausgehend von dem Sedentary Behavior Research Network (SBRN, 2017) wird sedentäres Verhalten wie folgt definiert: „Sedentäres Verhalten umfasst jegliche Arten von Verhalten, die im Wachzustand in einer Sitz-, Liegesitz- oder Liegeposition und bei einem Energieverbrauch von ≤ 1,5 Metabolischen Äquivalent (MET) durchgeführt wird.“ Demnach sollte zur optimalen Aufzeichnung sowohl die Körperposition als auch der Energieverbrauch berücksichtigt werden.

Wie das Ziel einer definitionsgemäßen Erfassung des sedentären Verhaltens in der „SedentaryMood-Study“ umgesetzt wurde, erfahren Sie in den nächsten Beiträgen...

Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie

Die 13. Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie (ÖGP) findet dieses Jahr vom 12. bis 14. April 2018 an der Johannes Kepler Universität in Linz statt. Auch movisens wird als Aussteller bei der ÖGP in Linz vertreten sein.

Inhalt dieser Tagung ist die Verknüpfung neuer technologischer Möglichkeiten mit klassischen reaktiven Verfahren um somit Potentiale für die psychologische Forschung aufzuzeigen. Natürlich sind wir sehr gespannt auf interessante Vorträge und würden uns freuen, wenn der ein oder andere Teilnehmer an unserem Stand vorbei schauen würde.

Studientagebuch

Sedentary Mood Study

Das Institut für Sport und Sportwissenschaft des KIT arbeitete zusammen mit movisens an der Sedentary Mood Study. Hierbei lag der technische Schwerpunkt auf der objektiven Messung von sitzen vs. stehen sowie sitzen vs. liegen. Um diese Unterschiede valide aufzeichnen zu können bedarf es dem Einsatz von Aktivitätssensoren.

Ein weiterer wichtiger Punkt dieser Studie lag darin den Zusammenhang zwischen sedentärem Verhalten und der Stimmung zu untersuchen. Hierbei kamen sowohl Aktivitätssensoren als auch smartphone-basieredes Experience Sampling zum Einsatz.

Movisens wird nun in Zusammenarbeit mit dem KIT erstmals ein Studientagebuch zur Sedentary Mood Study veröffentlichen. Hierbei werden in regelmäßigen Abständen die Studiendurchführung, Studienverlauf, Messmethoden aber auch Messempfehlungen und Mess-Erkenntnisse dargestellt und beschrieben. Die einzelnen Beiträge des Studientagebuchs sollen aufeinander aufbauend den kompletten Studienverlauf schildern.

Bei konkreten Fragen können Sie uns jederzeit direkt kontaktieren.

Sedentary Mood Study (Teil I)

Folgender Beitrag ist Teil einer Serie zur "SedentaryMood-Study".

"Wer lange sitzt ist früher tod" oder "Sitzen ist das neue Rauchen", diese und ähnliche Aussagen haben in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt. Die Grundlage für diese Schlagzeilen lieferten Ergebnisse aus verhaltens- bzw. gesundheitsorientierten Studien. Die bis dato weniger im Fokus stehende sedentäre Verhaltensweise erhielt zunehmend mehr Beachtung. Es entwickelte sich fortan ein immmer besseres Verständnis, dass sedentäres Verhalten sich negativ auf kardiovaskuläre, metabolische und muskuläre Parameter auswirkt und eine ernstzunehmende Gefährdung für die körpeliche Gesundheit darstellt (vgl. Owen et al., 2010, p. 3).

Inwiefern sedentäres Verhalten die psychische Gesundheit beeinflusst, wurde bislang jedoch unzureichend erforscht. Die wenigen vorliegenden Erkenntnisse deuten jedoch an, dass ein Zusammenhang existieren könnte. So behaupten Fuchs et al. (2015. S.7):"Sitzen verändert die Stoffwechselaktivität und es erscheint nicht abwegig, dass dieses auch in psychologische Prozesse eingreift." Sollte sich diese Vermutung bestätigen und sedentäres Verhalten die psychische Gesundheit negativ beeinflussen, wäre dies eine wichtige Erkenntnis um möglichen psychosomatischen Erkrankungen präventiv entgegenzuwirken.

...mehr dazu erfahren Sie im nächsten Beitrag...

movisens bei der Forschungstagung der DGKJP

Vom 1. bis 2. März 2018 wird movisens mit einem Stand bei der Forschungstagung der DGKJP in Tübingen vertreten sein. Von den Grundlagen zur Intervention lautet das diesjährige Motto. Natürlich sind wir sehr gespannt auf interessante Vorträge und würden uns freuen, wenn der ein oder andere Teilnehmer an unserem Stand vorbei schauen und sich über neuartige Messmethoden sowie deren Integration in komplexe Laborsysteme informieren würde.

Empfehlungen und bewährte Methoden zur Messung von „Sedentary Behavior“

“Sedentary behavior” ist als sitzen oder liegen mit geringem Energieumsatz definiert (SBRN, 2012). Jedoch können rein mit dem Energieumsatz keine verlässlichen Aussagen über die Körperhaltung (sitzen vs. stehen) getroffen werden. Daher muss gleichzeitig die Erfassung der Körperposition erfolgen (Holtermann, et al., 2017).

Vorschläge für valide und reliable Erfassung von „sedentary behavior“

  • Lösung 1: Geringe körperliche Aktivität entspricht „sitzen“

    Sitzen soll gemessen werden und es ist bekannt, dass zum Beispiel in einem Büro die Angestellten ihre Arbeit ausschließlich sitzend verrichten. Somit kann angenommen werden, dass geringe körperliche Aktivität „sitzen“ entspricht. In diesem Fall kann der Aktivitätssensorensor Move 3 an der Hüfte getragen werden. Allerdings ist dadurch nur eine grobe Abschätzung von “sedentary behavior“ möglich.

  • Lösung 2: Unterscheidung zwischen sitzen/liegen & stehen

    In diesem Fall wird der Aktivitätssensor Move 3 am Oberschenkel befestigt – basierend auf verschiedenen Winkeln der Beschleunigungsachsen ist es möglich zwischen sitzen/liegen & stehen zu differenzieren. Jedoch ist es nicht möglich zwischen sitzen und liegen zu unterscheiden (Byrom, Stratton, McCarthy, & Muelhausen, 2016).

  • Lösung 3: Erfassung von „sedentary behavior-Veränderungen“ und der Intensität der körperlichen Aktivität

    In diesem Fall ist es notwendig sowohl die Körperposition, als auch den Energieumsatz zu erfassen. Dies ist möglich, in dem ein Aktivitätssensor Move 3 am Oberschenkel (sitzen/liegen vs. stehen) befestigt wird und ein Aktivitätssensor Move 3 am Oberkörper oder der Hüfte (stehen/sitzen vs. liegen) um den Energieumsatz zu bestimmen (Holtermann, et al., 2017).

  • Lösung 4: Erfassung von „sedentary behavior-Veränderungen“ mit zusätzlicher statischer Belastung

    In diesem Fall bietet die Verwendung des EcgMove 3 zusätzliche Daten zur Bestimmung des Energieumsatzes. Ein Aktivitätssensor Move 3 wird am Oberschenkel (sitzen/liegen vs. stehen) und der EKG-und Aktivitätssensorensor EcgMove 3 am Oberkörper (stehen/sitzen vs. liegen) angebracht. Diese zusätzliche Aufzeichnung des EKG-Signals ermöglicht es den Energieumsatz während statischen Tätigkeiten besser abzuschätzen aufgrund der linearen Beziehung zwischen kardiorespiratorischem Stress und des Energieumsatzes (Holtermann, et al., 2017).

  • Lösung 5: Erfassung von „sitzen“ und subjektiver Parameter

    Sollte eine Intervention nötig sein oder zusätzliche subjektive Parameter erhoben werden, besteht die Möglichkeit, einen Fragebogen über die Experience Sampling Plattform movisensXS mittels SensorTriggers während sitzenden Tätigkeiten zu triggern. Dieser Trigger erscheint z.B. 30 Minuten nachdem sitzen detektiert wurde auf dem Smartphone. Dadurch ist es möglich mehr detailliertes Feedback und somit genauere Einblicke in den Alltag von Probanden zu erhalten.